Yamadori: Neben der Vermehrung aus Samen, Stecklingen oder dem Weiterentwickeln von Baumschulpflanzen bietet sich auch das Ausgraben von Bäumen, so genannten Findlingen, an. Besonders wild aussehende Bäume (zum Beispiel aus dem Hochgebirge) werden Yamadori genannt. Ein Übersiedeln eines alten Gewächses kann sich aber aufwändig gestalten und erfordert Erfahrung, jedoch kann diese Art der Rohpflanzengewinnung zu besonders schönen und interessanten Bonsai führen.

Bevor man sich einen Findling aneignet, muss unbedingt die Erlaubnis des Grundeigentümers oder des jeweiligen Besitzers eingeholt werden und allenfalls umweltschutzrechtliche Aspekte geklärt werden. Einen Baum ohne Erlaubnis des Eigentümers oder Besitzers auszugraben ist illegal (Waldfrevel) und kann strafrechtlich und auch zivilrechtlich verfolgt werden. Im Westen sind ökologische Folgen der Yamadori-Suche heute noch vernachlässigbar, in Japan dagegen wurden auf diese Weise über lange Zeit ganze Gebiete geplündert (etwa von Wacholdern). Quelle: Wikipedia

Soweit eine Definition des Begriffes Yamadori in Wikipedia. Mitglieder des BONSAI TEAM KOBLENZ-MITTELRHEIN (BTKM) hatten an diesem Tag den Begriff etwas anders interpretiert. Die Eibenhecke des Nachbarn eines Mitgliedes des BTKM sollte entfernt werden. Dabei war in Aussicht gestellt, dass die Akteure das ausgegrabene Pflanzenmaterial weiter verwenden können. Welch eine prima Gelegenheit an altes Pflanzenmaterial heranzukommen - da hatten wir gerne und spontan zugesagt.


 

Sechs Mitstreiter trafen sich also bei Achim am frühen Morgen. Zunächst gab es ein gutes Frühstück. Wie sich später herausstellte, hatte diese Grundlage sehr gut geholfen die widerspenstigen und stark verwurzelten Gehölze aus dem Erdreich zu graben. In einem ersten Arbeitsschritt wurden die Eiben mittels Säge auf eine passende Höhe gestutzt.


 

Und dann ging die eigentliche Plackerei los. Mit Spitzhacke und Spaten wurden die Wurzelballen freigelegt. Als schweißtreibend zeigten sich die festen Wurzel-Verankerungen der Eiben in der Erde. Aber eine Pflanze nach der anderen musste sich schließlich geschlagen geben. Es sind durchweg schöne Bäume, mit gutem Wurzelballen und, Dank des Freischneidens im letzten Jahr, auch schon gut Begrünt in Stammnähe.


 

Nachem wir das "Schlachtfeld" wieder aufgeräumt hatten, präsentierten wird unsere "Strecke" wie eine Jagdtgesellschaft ihr Wild. Die Mühe hatte gelohnt. Gut in Folie gegen Austrocknen verpackt, brachten wir die Eiben nach Hause. Dort wurden sie vom Lehm befreit und ins Feld oder in einen großen Bottich verbracht. Jetzt heißt es Geduld zu bewahren und auf den nächsten Austrieb im Frühjahr zu warten. Bei dem vitalen Zustand der Pflanzen können wir da guten Mutes sein.
Die weitere Entwicklung dürfte spannend werden. Wir werden in unseren Arbeitstreffen davon berichten.


 

Zum Abschluß der Aktion kommentierte Achim: .. ich kann Dietmar nur zustimmen, was die Leistung am Samstag betrifft! Ich hätte nie geglaubt, daß nach 3 Stunden Arbeit alles erledigt ist. Ich denke das war wirklich ein Super Team was sich da getroffen hat.Es war wirklich toll mit Euch hier und ich weiß schon genau wen ich anrufen werde, wenn in Zukunft mal was größeres ansteht (Kiefer umsetzen?).

 

 

 

 

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