Der November ist keine sehr aktive Bonsaizeit. Entsprechend waren nur eine handvoll Bonsaianer beim monatlichen Arbeitstreffen in Spay. Jeder hatte aber etwas dabei und so wurde es trotzdem ein interessanter Vormittag.
Peter hatte einen chinesischen Wacholder aus seinem Garten mitgebracht. Hierzu erzählte er eine lustige Geschichte:

Vor einiger Zeit im Spätsommer, die Trauben in Nachbars Garten waren reif und süss und lagen teilweise schon angefault auf dem Boden. Da fiel eine "Horde" Amseln über die Früchte her.

Normalerweise bauen die Vögel den in angegorenen Früchten enthaltenen Alkohol sehr schnell ab. Aber die Menge macht es dann evt. aus. Eine offensichtlich etwas flugunfähige Amsel machte auf Peters Wachholder so eine Notlandung, dass die Spitze abbrach. Peter stabilisierte die Bruchstelle mit etwas Draht und jetzt, nach einem Jahr, zeigt sich, dass der angebrochene Teil weiterhin gut versorgt ist (Bild in der Mitte). So konnte der eigentlich fertig gestaltete Bonsai in seinen Proportionen erhalten werden.


Sacha hatte wieder seinen kleinen Igelwacholder mit. Hier ist ja ständig etwas zu zupfen. Sascha bewältigt dies wie immer mit viel Akribie und einer stoischen Ruhe. Die Runde meinte, dass es Zeit wäre, die Länge der Kaskade wieder etwas einzukürzen, damit die Proportionen erhalten bleiben. Gerd und Sascha diskutierten auch nochmals die "Standortfrage" (ist ein Insider).


Gerd hatte eine Lärche mit, die seit einiger Zeit schwächelt. Der Austrieb kommt nur spärlich und der Nadelabwurf ist sehr früh. Somit wurde die Lärche aus der Schale genommen und das Wurzelwerk inspiziert. Ein Schädlingsbefall konnte nicht festgestellt werden. Allerdings war die Runde der Meinung, dass das Erdreich viel zu nass sei. Um den Baum wieder in die Spur zu bringen schlug Marco vor, den Bonsai in einen größeren Topf mit Bimbsgranulat und nur wenig Kokus umzutopfen. Darin sollte er sich erst einmal 1 bis 2 Jahre erhohlen und das Wurzelwerk wieder stabilisieren.


Marco entlaubte seine kleine koreanische Hainbuche. Diese Bonsaipflanze ist aufgrund ihrer guten Schnittverträglichkeit, Winterhärte und der kleinen Blätter sehr beliebt. Nachdem alle Blätter entfernt sind, kann man die Aststruktur erst richtig sehen und die Planung für die nächsten Gestaltungsmassnahmen machen. Die Schnittmassnahmen sollten aber am besten im nächsten zeitigen Frühjahr angefangen werden!


Zum Abschluss wurde noch eine Buche besprochen. Diese stammt aus Binningen und hat die typ. Eigenschaften, wie viele der von dort geholten Bonsai:

  • Schöner kräftiger Stamm im Verhältnis zur Gesamthöhe
  • teilweise ordentliches Nebari
  • aber ungünstiger Stammverlauf (gerades unteres Stück und dann geschwungener Rest)
  • viele Schnittstellen in der Krone
  • insgesamt unnatürlich wirkende Krone

Es wurden viele verschiedene Vorschläge gemacht, wie man diese Nachteile kaschieren bzw. umentwickeln kann. Wir sind gespannt darauf, wie sich Marco entscheiden wird.


Hier nochmals alle Bilder in einer Galerie:

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