Anfang Oktober zeigte sich an einer schon einige Jahre bewurzelten Yamadori-Eiche ein orangefarbiger Pilz. Mit vorsichtigem Kratzen ließ sich der Pilz leicht von der Rinde entfernen. Deshalb vermutete ich einen oberflächigen Schleimpilz. Ich entfernte alle sichtbaren Pilzspuren. Die Rinde darunter schien fest und gesund. Deshalb überstrich ich die Stelle großzügig mit Shin-Mittel.

 

Der Schwefelanteil im Shinmittel sollte eine Neuansiedlung des Pilzes verhindern.

Schon einige Tage später erschienen schon wieder die ersten Pilzköpfe.

Nach zwei Wochen hatte der Pilz sich so richtig ausgebreitet. Ein sicheres Zeichen, dass der Pilz nicht an der Oberfläche wächst, sondern aus dem Innern des Baumes kommt.

Jetzt war der Pilz deutlich ausgeprägt und in seiner richtigen Form zu sehen. Ein Bildvergleich mit Beispielen im Internet  brachte den "Orangeroter Kammpilz (Phlebia radiata )" zu Tage.

Vorkommen:
auf abgestorbenem oder geschwächtem Laubholz; saprophytisch an liegendem und stehendem Stämmen, Ästen, Stümpfen usw., dabei auch Moos überwuchernd, seltener an Nadelbäumen; bei feuchtem Wetter von Oktober bis in den Winter (Februar), besonders aber im Spätherbst, häufig vom Flachland bis in untere Gebirgslagen.

Bild Mitte Dezember

Wenn dieser Pilz totes oder geschwächtes Holz befällt, vermutete ich, dass der Stamm an dieser Stelle abgestorben sein müsste.

Mit einem Stechbeitel ließ sich die Rinde tatsächlich ablösen und darunter kam morsches Holz zum Vorschein.

Mit dem Werkzeug habe ich alles abgestorbene Holz heraus gekratzt. Aber Vorsicht ! Die darunter liegende, lebende Holzschicht nicht beschädigen.

Darüber habe ich wieder eine Schicht Shinmittel gepinselt.

Der Stamm hat jetzt zwar eine riesige Beschädigung bekommen. Aber Eichen sind in der Lage solche Stellen recht gut abzuschotten.

Nach diesem  heftigen Eingriff möchte ich die Eiche frostfrei Überwintern.

Im Kalthaus braucht sie aber kein trockenes  Laub zum Schutz vor Wind und Sonne.  Ich entfernte deshalb alles tote Material um Sporen und Insektengelege, die sich gerne dort ansiedeln, zu beseitigen. Auch ein paar überflüssige Äste habe ich entfernt. So nimmt der Baum möglichst wenig Platz im Regal ein.

In ein paar Jahren, wenn sich die Astetagen gut entwickelt haben, lässt sich über die Weitergestaltung nachdenken. Vielleicht kann man den Stamm noch weiter aushöhlen um dem recht langweiligen, geraden Stamm etwas mehr Dramatik zu geben.

Zum Seitenanfang