Jeder Bonsailiebhaber kennt sicher das Problem "Wie kriege ich meine Bonsai über den Winter". Da gibt es viele Tipps im Internet oder in Büchern. Aber jeder macht auch seine individuellen Erfahrungen, die sich aus seiner persönlichen Situation ergeben.

Wohnt man auf den Höhen der Mittelgebirge oder im relativ warmen Rheintal? Hat man viel Platz im Garten oder nutzt bspw. einen Balkon zum Überwintern? Nicht zuletzt sind auch die handwerklichen Möglichkeiten entscheidend, wie man ein warmes Plätzchen für seine Bonsai gestaltet.

Dieser Artikel zeigt ein paar Beispiele und Tipps unserer Mitglieder und soll zur Diskussion zu diesem Thema anregen. Obwohl es bisher noch keinen wirklichen Winter gab (2015/16), ist ein guter Schutz der kleinen Bäume einer der wichtigsten Tätigkeiten eines Bonsaianers.

 

Zunächst stellt Gerald seine Überwinterungsstrategie vor ..

.. ich habe zwei Varianten zum Überwintern meiner Bäume.

1. Mein Unterstand für die empfindlichen Bonsai wird im Winter winddicht verschlossen. Die Bäume werden mit der Schale in Styroporkisten gesetzt und mit günstigem Torf bis zum Rand bedeckt. Wichtig alle 2-4 Wochen muss gegossen werden. Dafür stehen Kannen mit Regenwasser frostgeschützt im Keller bereit. Auch mit dem Olivenbaum mache ich das jetzt in den letzten Jahren, da eine Überwinterung im Keller bei ca. . 10-15° C dem Baum Stärke genommen hat und er jetzt deutlich robusten ist und besser treibt. Hier wird der Baum je nach Kälte extra mit Folie und Styropor abgedeckt.

2. Die anderen einheimischen Bäume werden in die ausgehobene und durch Platten und Untersteine umrahmte Fläche mit Schalen eingesetzt. Dann wird hier ebenfalls mit Torf alles bedeckt. Bei zu erwartenden höheren Minusgraden werden die Bäume noch mit vorbereiteten Tannenzweigen bedeckt. Vorteil KEIN GIESSEN NOTWENDIG

3. Anzucht oder noch werdende Bonsai setzte ich direkt in Styroporkisten in Kästen ( siehe Fotos ) und bedecke dies ebenfalls hoch mit Torf und Tannenzweigen.

 

Gerd macht es ähnlich ..

.. nachdem ich viele verschiedene Methoden, mit manchmal herben Verlusten, ausprobiert habe, gehe ich seit ein paar Jahren wie folgt vor:

Alle Outdoor-Bonsai werden möglichst ohne Schale im Garten eingegraben. Teilweise bedecke ich sie auch mit Rindenmulch, wenn die Stelle, durch eine Umrandung, den Mulch "vor Ort" hält. Na ja die Amseln sehen das etwas anders.

Den größten Vorteil sehe ich darin, dass ich mich um diese eingegrabenen Bäume während der gesamten Winterzeit in keinster Weise kümmern muss! Die Wasserversorgung regelt sich ganz von alleine. Im nächsten Frühjahr müssen die meisten meiner Bonsai zwar wieder eingetopft werden, aber dabei kann ich mir auch gleich das Wurzelwerk ansehen.

An der Haustür steht eine Lärche auf einem sehr schweren Stein. Diese packe ich einfach in Jute ein und kann diese widerstandsfähige Pflanze, selbst nach strengem Winter, soweit man direkt am Rhein davon sprechen kann, gesund wieder entpacken. Zudem hat das auch etwas von "Christo und Jeanne-Claude".
Alle Indoorbonsai und Kalthauspflanzen verfrachte ich in ein ungeheiztes Dachzimmer. Direkt unter einem hellen Fenster stehen sie in großen Schalen und warten auf den Frühling. Durch die Kälte hält sich das Giessen zum Glück in Grenzen.

 

Dietmar muss im kalten Westerwald spezielle Vorsorge treffen ..

.. Winter (2015/2016)! Was ist das denn? Im Moment sieht es aus, als wenn wir uns auf einen verfrühten Frühling vorbereiten müssten.

Spass beiseite, "der nächste Winter kommt bestimmt".

Grundsätzlich sollten die Vorbereitungen so ausfallen, das auch ein Extremwinter überstanden wird. Meine Methode: Alle Bäume stehen auf dem Boden (zum Schutz gegen Verunreinigung liegt eine durchlässige Folie darunter). Zum Windschutz baue ich die frei werdenden Pflanzsteine rund herum auf (ca. 60cm hoch). Danach bedecke ich alle Schalen, schön dick mit preiswerten Rindenmulch.

Wenn man vorher die Schalen mit der durchässigen Folie abdeckt, erspart man sich das mühselige herauspiddeln der Rindenstücke aus den Schalen im Frühjahr. Da ich mit etwas mehr und längerem Frost rechnen muss, decke ich das Ganze noch zusätzlich mit Fichtenreisig ab. Wenn dann Schnee liegt, kann den Bäumen auch der strengste Frost nichts anhaben. Der Platz sollte schattig sein und auch nicht im Februar/März von der Wintersonne beschienen werden (wichtig!). Grundsätzlich gilt: Schutz vor den eisigen Winden, Schutz vor der Sonne und die Schalen nicht austrocknen lassen.

 

Marco und seine Überwinterungsstrategie ..

.. heute habe ich die Bonsai endlich mal aus dem Regen geholt und weitestgehend eingewintert.

Nachdem alle Bäume in die Winterruhe gegangen sind und (je nach Art) mehr oder weniger Frosteinwirkung erfahren haben, kommen meine Laubbäume in die Garage. Hier stehen sie relativ dunkel und kühl bei momentan um 5 Grad. In der nächsten Zeit wird die Temperatur weiter fallen.

 

Das bereitet mir keine Sorgen. Alle meine Bäume vertragen Frost bis mindestens -5 Grad (auch die Japaner), wenn der Wurzelballen nicht über längere Zeit durchfriert. Für den Fall langanhaltender Frostperioden habe ich einen Frostwächter, der mir die Garage frostfrei bzw. um 0 Grad halten kann. Wichtig ist, dass die Feuchtigkeit im Substrat regelmäßig überprüft und gegebenenfalls gegossen wird.

 

  • Vorteile: Keine Sonne, kein Wind, Temperatur beeinflussbar, Arbeit an den Bäumen im Winter möglich.
  • Nachteil: Platzangebot sehr begrenzt
  • Zusatz: Koniferen stehen im Winter im hellen Kalthaus vor direkter Sonne und Wind geschützt.

 

 

Thomas aus der Eifel hat auch gute Ideen ..

.. gute Idee, dass mit den Überwinterungsmethoden. Ich möchte hier meine kurz vorstellen.

Ich benutze zur Zeit u. a. 2 ausgediente Auflagen bzw Kissenboxen. Eine aus Kunststoff die andere aus Holz. Den Boden lege ich mit Styroporplatten aus. Die Seiten der Holzkiste habe ich mit Folie bezogen da die Kiste an den Seiten normalerweise Lüftungsschlitze hat. Bei beiden Kisten habe ich aus dem Deckel Elemente herausgeschnitten und anstelle derer durchsichtigen Hartplastik darauf getackert. Über die Bäume verteile ich ganz groben Rindenmulch. Es hat die letzten Jahre nie Probleme gegeben. Die Kisten stehen hinter meinem Haus auf der Nordseite und bekommen so nur einige Minuten Wintersonne ab. Die Bäume zwischen den beiden Kisten stehen auf Paletten. Sollte es richtig kalt werden so befestige ich eine 2 Meter lange Schaltafel vor den Bäumen und spanne das ganze mit einer durchsichtigen Plane ab.

 

Peter hat im Rheintal auch gute Voraussetzungen zum Überwintern seiner Bonsai ..

.. Die Bonsai wurden mit Schalen ins Beet, sonnen- und windgeschützt untergerbracht, wie auch schon all die Jahre vorher.

Die Abdeckung erfolgt jeweils mit Pinienschredder in der Körnung 0-0,8 cm. Weiterer Schutz ist im Rheintal, Rheinnähe 100 Meter, nicht erforderlich. Der Mulch hält den Frost fern und bewahrt die Feuchtigkeit. In der Regel sorgt die Natur für den Feuchtehaushalt und ein Bewässern entfällt. Über die Jahre gab es noch keinerlei Schaden an Bonsai oder deren Schalen.

 

Soweit einige Erfahrungen unserer Mitglieder zum Thema Überwintern. Im Anschluß nochmals alle Bilder in einer Diashow.

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