Eine kleine Kiefer, aus Yamadori-Herkunft, stand schon seit etlichen Jahren in meinem Bonsai-Regal. Sie wurde immer geschnitten, wuchs in einer Schale und wurde hin und wieder umgetopft.

 

 

Im Jahre 2004 war die Verteilung der Nadel noch recht gut und es gab noch kleine Äste in Stammnähe.

 

Später gingen einige kleinere Äste in Stammnähe verloren.

 

 

Den astlosen Stammteil in der Mitte versuchte ich mit dem Hochführen des Dritten Astes zu kaschieren.

 

 

Leider konnte ich an den gravierenden Fehlern des Baumes keine echten Verbesserungen erreichen.

 

Die da wären:
Langer, gerader Stammteil, ohne Ast und Bewegung.
Keine Nadeln oder Verzweigung in Stammnähe.
Der vierte Ast war im Verhältnis zu dick.

 

Zeit eine Änderung des Gesamtbildes vorzunehmen.

Ich habe den Stamm gekürzt und den 3. Ast, mit seiner Verlängerung, als neue Spitze gesetzt.

 

 

Nach dem Umtopfen in eine wesentlich größere Schale gönnte ich der Kiefer eine Aufbauzeit mit viel Platz an den Wurzeln.

 

Durch die kräftige Düngung und gute Pflege (Wasser, Sonne) hat der Baum zwar wieder lange Nadeln bekommen, aber auch ganz viele feine Ästchen.

 

 

Nach einer Erholungszeit von 2 Jahren, der lange Shin wurde zwischenzeitlich entfernt, folgte der nächste Schritt.

 

November 2014 stellte ich die Kiefer in unserem Arbeitskreis vor. Das Thema war: „Die ideale Form für die nächsten Jahre finden“.  Es wurden etliche Gestaltungsvarianten durchdiskutiert, von „alles ab“ bis „alles dran lassen“ war alles dabei.

 

 

Der Zweite Ast wurde mit Hilfe von Spannbändern nach unten gezogen und fixiert.

Die starken Äste (Enden) haben wir auf kleinere, schwache Äste zurück geschnitten.

 

Die anschließende Debatte drehte sich dann um den Verbleib des ersten Astes.

 

 

Erst nachdem dieser Ast abgedeckt wurde ging die Mehrheit der Meinungen klar in Richtung   „entfernen“.

 

So zeigte sich die Kiefer nach dem Entfernen des Ersten Astes.

 

 

Mit etwas Draht habe ich die Äste noch stärker ausgerichtet.

Jetzt braucht der Baum wieder eine Erholungszeit mit guter Pflege.

Astetagen sollten noch verbessert werden und die Feinverzweigung ist auch noch nicht optimal.

 

Es hat sich mal wieder gezeigt, dass das Aufeinandertreffen so vieler unterschiedlicher Gestaltungsideen, nach sachlicher Diskussion, zum optimalen Ergebnis führen kann. Obwohl meine eigene Vorstellung, anfangs, eine gänzlich andere war.

 

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