Vor nun mehr fast 20 Jahren, zu meiner Bonsai-Anfängerzeit gab es bei Edgar einen Workshop für Wacholdergestaltung. Der Kursus beinhaltete einen „richtigen und uralten „ Chinawacholder, eine hochwertige Bonsaischale, Erstgestaltung durch den Meister.

Mein Gott war ich Stolz. Mein erster, echter Bonsai.

 

 

Über die Jahre entwickelte sich der Baum weiter. Äste und Astetagen wurden herangezüchtet und teilweise wieder entfernt. Das Shari am Stammansatz wurde vergrößert und verschiedene Äste munter teilweise geschält. Letzten Endes konnten alle diese Maßnahmen nicht vom Hauptproblem ablenken. Mit zunehmendem Wissen und Erfahrung in Bonsaitechnik kamen mir immer mehr Zweifel an der Perfektion meines Superbonsai. Es dauerte Jahre bis ich die Mängel und Fehler meines Baumes erkannte.


Durch mehrmaligen Drahten konnte ich die Probleme mindern. Die Äste haben jetzt zwar mehr Bewegung bekommen, aber das „künstliche" Rechteck ist immer noch vorhanden und sichtbar. Außerdem wirkt der ganze Baum sehr langweilig. Manchmal dauert es viele Jahre bis man die Idee und vor allen Dingen den Mut zu drastischen Veränderungen hat.


2017 habe ich dann die richtig dicken Drähte angelegt. Unterstützt mit Bast und selbstklebenden Gummistreifen. Danach wurde mit großem Werkzeug und viel Kraftaufwand der erste Ast und die Stammverlängerung gebogen. Dabei war auch schon mal Knacken im Holz zu hören. Das heißt dann einhalten eine Pause einlegen.


Der Baum durfte sich ohne Schale ein Jahr lang im Garten erholen. Er hat wieder gut ausgetrieben und kräftiges Grün zugelegt,auch die so arg drangsalierten Teile. Ende Sommer 2018 kam der Baum wieder in eine, diesmal, großzügige Schale und wurde komplett durchgedrahtet.
Bild: Rückseite


Baumansicht von links und von rechts.


Ob das jetzt die allerletzte Änderung in der Gestaltung ist? Wer weiß? Jedenfalls ist die Symetrie, sind die parallelen Äste und die Rechten Winkel verschwunden.

 

Hier nochmals alle Bilder in einer Galerie:

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